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Großer Einsatz für die Demokratie

Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule Marpingen setzen sich im Landtag für ein Bleiberecht der Großmutter ihrer Mitschülerin ein

Ihr Besuch im Landtag des Saarlandes war seit drei Monaten geplant. Er sollte eigentlich einer der üblichen Informationsbesuche werden: kurze Führung durch das Gebäude, Rollenspiel im Plenarsaal und allgemeine Diskussion mit Landtagsabgeordneten. Doch die nächtliche Abschiebung der Nina Ivoilova, der Großmutter einer Schülerin der Klasse 11a der Gemeinschaftsschule Marpingen, veränderte den Stellenwert ihres Besuches gravierend.
Im Mittelpunkt stand nun die Frage, wie Anastasias Großmutter geholfen werden kann. Diese wurde vor einigen Wochen nach einer nächtlichen Abholung durch die Polizei in die Ukraine abgeschoben, obwohl ihr Alter, 73 Jahre, ihr Familienstand, verwitwet und ohne Familie in ihrer Heimat, und die Kriegssituation in ihrem Herkunftsgebiet, dem Donezbecken, nach Ansicht der Schülerinnen und Schüler dagegen sprechen.
In dem ausführlichen Gespräch der 23 16- bis 17-Jährigen mit Jochen Flackus von der Linkspartei, Alexander Zeyer von der CDU und Magnus Jung von der SPD (ein Vertreter der AFD war nicht zugegen) wurde deutlich, dass zwar alle Verständnis für die tragische Situation der Familie zeigen, sie die Möglichkeit einer dauerhaften Wiedereinreise allerdings als sehr begrenzt sehen. Für die Marpinger Schüler war dies wenig überzeugend. Der Hinweis darauf, dass gegenwärtig auch im Saarland viele Menschen eine restriktive Abschieberegelung befürworteten, ja sogar forderten, wollten sie nicht gelten lassen. Es ginge hier ja darum, ob wir neben den allgemeinen rechtlichen Regelungen auch die Menschlichkeit als Maßstab für soziales und politisches Handeln heranziehen, so der Tenor der Jugendlichen. In diesem Sinne erwiesen sich die 23 jungen Erwachsenen in ihrem Einsatz für die Großmutter ihrer Mitschülerin als überzeugte Kämpfer für die Demokratie. Vielleicht konnten sie auch dazu beitragen, dass Nina Ivoilova zumindest wieder ihre Familie in Deutschland besuchen darf. In ihrem Engagement haben sie aber auf jeden Fall der Demokratie einen großen Dienst erwiesen, in dem sie sich vor den Entscheidungsträgern kritisch, geschlossen und engagiert für die Achtung der Menschenrechte eingesetzt haben.